man sehe die unterschiedlichsten Lebensformen reduziert und kulminiert auf engstem Raum nebeneinander

man blicke durch ein beliebiges Augenpaar und sehe im jeweiligem anderen den größten gemeinsamen Unterschied

man sehe einen anderen Habitus, eine andere Gestik

man höre eine andere Art sich auszudrücken und zu sprechen

man stelle fest an welcher Stelle ein anderer zu sprechen oder zu schweigen beginnt

man stelle fest, dass die Unterschiede irgendwann einmal nicht mehr unterscheidbar wären und

man verbringe den Abend damit, sich an der dargebotenen Diversität mit offenem Mund zu laben doch

man verpasse ein wichtiges Moment und den zentralen Aspekt des Abends:

die Masse an Unterschieden sei auf ein genügend kleines Volumen begrenzt und hebelte die Zentrifugalkräfte der Individualität aus, die im Regelfall die unterscheidbaren Merkmale menschlicher Existenzen ausmachten und den signifikanten Raum zwischen zwei Ereignissen im Gleichgewicht halten

die kritische Dichte sei überschritten, so dass kein Gleichgewicht zwischen äußeren und inneren Kräften, zwischen Gleichklang und Dissonanz, mehr herrsche

diese besonderen Umstände seien für einen kaum wahrnehmbaren Bruchteil eines Wimpernschlags aufgetreten, just in jenem Moment als man einmal inne hielt und mit dem wohligem Ekel beim Anblick des Gegenübers abschloss

der solcherart verdichtete Körper hebelte die herrschenden Gesetze aus, die in der Regel wirken und führte zu einer exakten Singularität

die Vorgänge in seinem Inneren seien für Außenstehende nicht direkt beobachtbar, nichts gäbe es festzustellen am Ereignishorizont

In seinem Inneren jedoch würde ein Beobachter den höchsten Grad inneren Friedens vermerken.

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