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The New Breed

Kill Valmer: BADABOOM! Review und Hörprobe

BADABOOM! ist das Debütalbum von Kill Valmer, die feucht-fröhlichen gute Laune Punkrock spielen, aber aus der deutschen Spießerhauptstadt Stuttgart kommen. Recht unbeschwert gehen sie zu Werke und zeigen, dass in der Schwabenmetrole nicht nur verkopfte und querulante Personen heimisch sind.

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BADABOOM! ist das Debütalbum von Kill Valmer, die feucht-fröhlichen gute Laune Punkrock spielen, aber aus der deutschen Spießerhauptstadt Stuttgart kommen. Recht unbeschwert gehen sie zu Werke und zeigen, dass in der Schwabenmetrole nicht nur verkopfte und querulante Personen heimisch sind.

Bereits 2010 begannen die vier Jungs aus Stuttgart ihr Unwesen in der Region zu treiben und veröffentlchten ihr Demo „This is Stuttgart – Not L.A.“, „Shipwrecked“ von 2012 war anschließend ihre erste richtige Veröffentlichung. Danach war scheinbar klassische Nachwuchsarbeit als Supporting Act bekannterer Bands wie etwa Swinging Utters oder Teenage Bottlerocket angesagt, die ich hier auch als Referenzen (gerade die Zweitgenannten) nennen möchte, wenn es darum geht, den Sound von Kill Valmer zu beschreiben.

Das erste Album ist eine Sammlung feucht-fröhlicher „Gute Laune Songs“, die in Kombination mit Sommer, Sonne und Bier sicherlich ihr volles Potenzial entfaltet und das Zeug dazu hat, die Stuttgarter auch überregional bekannt zu machen. Notfalls dient BADABOOM! als Ersatz für eine/oder wahlweise alle obigen Bedingungen. Punkrock-Koryphäe Lady Gaga empfiehlt euch übrigens den dritten und zehnten Song anzuspielen, und es bleibt mir zum Schluss nur noch übrig mich der Meinung dieser musikalischen Instanz zu beugen 🙂

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Swiss Revolution Summer : Deadverse – Musth Review Take It Back & Adagio 830 Records, 2015

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Wenn ich das richtig verstehe, wird in den Release-Infos zum aktuellen Album von Deadverse angedeutet, dass ‚Musth‘ das letzte Album der Schweizer sein könnte. Ohne mich, liebe Eidgenossen, ihr mögt zwar nicht in der EU sein, aber auch für euch gelten einige ungeschriebene, quasi grenzübergreifende Gesetze: eines davon besagt, dass ihr euch unmöglich auflösen könnt, bevor ich euch nicht mindestens einmal auf eure Live-Qualitäten hin überprüft habe!

Das ist jetzt zugegeben nicht die Schuld des Quartetts aus Schaffhausen – den süddeutschen Raum haben sie in den letzten Jahren (die Band existiert bereits seit 2007) mehrfach beackert, aber jemanden grundlos etwas in die Schuhe zu schieben geht doch immer, oder? Egal, zurück zur Musik auf ‚Musth‘, denn die ist wirklich interessant. Deadverse stellen zumindest für mich das perfekte Bindeglied zwischen verschiedenen Subgenres und Jahrzehnten emotionaler Hardcore/Punk-Musik dar und kochen daraus ihr eigenes Süppchen: ich werfe jetzt einfach Mal alle Bands in den Raum, die mir beim Hören einfallen, isoliere für euch sozusagen nur die rohen Zutaten, für das Kochen und Anrichten bin ich ja schließlich nicht zuständig: aus den 80ern Hüsker Dü, Grey Matter, dazu The Wipers (als New Wave/Punk-Referenz), eine Schippe DC-Sound, eine große Portion Ebullition Records-Sound, dazu aus den 90ern Bands wie etwa How Water Music zu ihren Anfangstagen.

Klingt wie ein Potpourri sich ausschließender Ingredienzien? Ist auch so, aber letztlich ist das die benötigte Spannung, die es braucht, damit eine Band einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Für den typischen Emo-Rock-Sound der 90er fehlt der Zuckerguss, der hier durch eine gehörige Portion dissonanter Harmonien ersetzt wird, anders als beim typischen 80er Sound haben die Songs aber mehr als nur einen Hauch catchyness und Mitsing-Faktor mit auf den Weg bekommen.

Ich unterziehe die 10 Songs einer radikalen Prüfung hin als Hintergrund-/Begleitmusik für diverse aktuell anfallende Aktivitäten wie Frühstücken, nervige Nachbarn durch Öffnen der Balkontür an meinen von Helene Fischer meets Andreas Bourani abweichenden musikalischen Präferenzen teilnehmen lassen (sorry Deadverse, aber den Blicken nach zu urteilen seid ihr gnadenlos durchgefallen…) und Ablenken vom riesigen Korrekturstapel, der noch vor mir liegt, sowie diverse andere Proben, auf die ich vielleicht ein andermal zu sprechen komme. Allesamt nicht soo punkrockige Tätigkeiten, die ihr aber in diesem Sinne mit Bravour gemeistert habt.
Von mir bekommen Deadverse mit ihrem dritten Album Musth keine Wertung, sondern schlicht und ergreifend die Bitte mit auf dem Weg, sich die Sache mit der Auflösung der Band doch noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Deadverse – Musth Streams und Links

Facebook-Seite Take It Back Records Adagio830 Records

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MARRÓN – Marrón (Take It Back Records, 2015)

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Ohne Klischees, intelligent, eigenständig und durchdacht führen uns MARRÓN einmal mehr die Schattenseiten des bevölkerungsreichsten Bundesstaates der USA vor Augen. Aus Südkalifornien stammend, aber nicht so sonnig und ungetrübt wie viele andere Bands aus der Gegend, gibt es zur Abwechslung endlich einmal wieder intelligenten und motivierenden Hardcore zu hören, der weder Parolen, noch Moshparts, mehrstimmigen Gesang oder Gang-Vocals braucht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Die Mitglieder der Band haben in der Vergangenheit bereits in diversen anderen Formationen wie Esperanza, Mugre und Descarados gespielt, und das merkt man der 6 Songs-EP auch an: das ist sowohl musikalisch, als auch textlich durchdacht und auf den Punkt gebracht. Musikalisch bewegen wir uns in Washington, DC Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre: Grey Matter oder SWIZ sollten bei Eingeweihten eine grobe Orientierung ermöglichen. Manchmal klingt für mich auch eine Prise Black Flag durch, etwa beim zweiten Song ‚Slew Foot‘, der vom Rhythmus ein wenig an ‚Rise Above‘ erinnert. Wenn es eine weitere kalifornische Band sein darf, dann würde ich Kill The Messenger anführen, die es ebenso wie MARRÓN schafften, viel Druck aufzubauen und heavy zu sein, ohne Metal-lastig zu klingen – in diesem Sinne also lupenreiner, schnörkelloser Hardcore mit punkiger Note.

There’s a barrio in every place
Of our mind
There’s a barrio in every place
There’s a barrio in every place
By design (aus: Vallejo)

Darüber hinaus bietet die Band auch textlich eine gewisse Dimension und Tiefe, die sie wohlwollend von anderen Vertretern des Genres abhebt. Der alltäglich Rassismus, die Ungleichheit werden in den Texten behandelt –Themen, die nicht nur in ihrer südkalifornischen Heimat auf der Tagesordnung stehen und gerade bei uns von brisanter/tragischer Aktualität sind.

MARRÓN – Marrón Streams & Links

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Problem Dog – Old News EP

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Ob das Quartett aus dem kalifornischen Modesto bzw. Oakdale auf den Hund gekommen ist und sich nach einer Episode der Kult-Serie Breaking Bad Problem Dog genannt hat, konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen. Die Crux an der ganzen Sache ist aber auch eine andere: ich bin kein Fan von Breaking Bad (habe nur vor Jahren die ersten fünf Folgen gesehen) und musste zur Sicherheit halber googeln, was es mit dem Haustier auf sich hat.

Problem Dog Bandlogo

Problem Dog Bandlogo

Weitaus leichter ist es für mich zu beurteilen, was Problem Dog abliefern: zu hören gibt es meist unproblematischen flotten Emo-Punk, der sichtlich um Abwechslung bemüht ist. Der vierte Track ‚Michigan‘ zeigt die Band von einer recht dunklen, düsteren Seite mit brachialem Geschrei, gleich darauf gibt es aber als Kontrapunkt sehr relaxte Klänge und Laidback-Gesang im fünften Song. Problem Dog kehren aber in ‚Full-Bellied Zenkai Power‘  recht schnell wieder in typische Fahrwasser zurück. Ein wenig auf den Sack geht mir der mehrstimmige Gesang bzw. wenn ein zweites Bandmitglied ganz arg verzweifelt leidend herumbrüllt – ist halt nicht so mein Ding. Davon abgesehen geht das aber in Ordnung.

Zum Schluss gibt es mit ‚Treasured Things‘ ein rein akustisches Lied, dass nach dem kurzem Durchlauf ein ansprechendes Finale der EP liefert. Nach zwei einzelnen Tracks (‚Ropes‘ und ‚Michigan‘) in anderer Besetzung stellt ‚Old News‘ die erste zusammehängende Veröffentlichung dar.

Problem Dog – Old News Stream & Links

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