NOFX: Ribbed – Live In A Dive 22

NOFX: Ribbed – Live In A Dive

Völlig überflüssig, aber auch völlig geil: NOFX reanimieren die ‚Live In A Dive‘-Serie, indem sie ihr 1991er-Album ‚Ribbed‘ vor Publikum neu einspielen.

Ich glaube, aus der Erinnerung heraus (ohne extra Wikipedia oder eine andere „punkige“ Quelle zu konsultieren), dass dieses Album so etwas wie einen Wendepunkt in der Karriere der Mannen um Fat Mike darstellte und den (späteren) typischen NOFX-Sound vorwegnahm. Nicht mehr so trashig und unkontrolliert wie in ihrer frühen Mystic Records-Phase, mit tausenden Ideen, kurzen musikalischen Ausflügen in andere Genres und viel, viel,  schlechten Humor.

Habe ich mir seinerzeit gekauft, weil es bereits in den 1990ern als Kultscheibe galt, viel besser als (kommerziell) erfolgreichere Album wie etwa ‚Punk in Drublic‘ (bei mir in Ermangelung besserer Sprachkenntnisse lange als ‚Punk in Dublin‘ abgespeichert). Zusammen mit der ‚Fuck The Kids‘ 7′ stellt ‚Ribbed‘ imho das beste Release von NOFX dar. Allerdings muss man hierzu anmerken, dass ich den riesigen musikalischen Output der Band nicht komplett kenne.
Das liegt auch daran, dass sie lange Zeit als (kommerzielle) Spitze des Neo-Punk-Revivals mit Bands wie Offspring und Green Day in einen Topf geworfen wurden. Obwohl sie im Gegensatz zu diesen nie bei einem Major-Label unterzeichnet hatten, waren sie in der Szene verpönt.
NOFX in den 90ern, das waren Kapuzenpullis und Festival-Publikum, Jugendfreizeit und Spaß-Rebellion. Typen, die später einmal Versicherungskaufmann, Lehrer (haha!) oder Manager eines multinationalen Ausbeuterbetriebes wurden. Auf die Meinung anderer haben NOFX aber nie besonders viel gegeben und stattdessen ihr Ding gnadenlos durchgezogen – bis heute.

Die Songs nun neu eingespielt zu hören, lohnt sich allein wegen der vielen unterhaltsamen Ansagen. Fat Mike ist nach wie der beste Sänger, der nicht singen kann, die Refrains z.T. wirklich schief gesungen (und nich nur ein bißchen, so dass es dreckig und punkig klingt), was aber den Charme der ganzen Aufnahmen ausmacht. Besser als Autotune-Punk.

Der Vinyl-Version (drei Varianten, zwei wie immer super-duper-limitiert) liegt ein doppelseitiges Poster der Band bei. Ansonsten aber kein zusätzliches Beiblatt, Liner-Notes oder andere Dreingaben – das ist absolut enttäuschend!

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