Youth Avoiders – Relentless 22

Youth Avoiders – Relentless

Unerbittlich 'fast as fuck', dabei sehr melodisch

Wenn ich jetzt schreibe, dass auf dem Album unerbittlich aufs Gaspedal gedrückt wird und die Band aus Paris nur ein Tempo beherrscht, könnte schnell ein falscher Eindruck entstehen. Dabei ist die Beschreibung recht zutreffend, geht es auf ‚Relentless‘ immer nur ganz straight nach vorn.

2013 kam das erste, selbstbetitelte Debütalbum heraus, im März diesen Jahres wurde der hier besprochene Nachfolger veröffentlicht. Aufgenommen wurde Relentless von Nicolas Bazire in Swan Sound Studios an nur fünf Tagen. Weitere Zeit wollte man offenbar nicht verlieren.

11 Songs, knapp 20 Minuten, die meisten unter 120 Sekunden, ein weiterer Hinweis darauf, wohin die Reise geht. Schneller, energiegeladener Hardcore, sehr sauber und klar gespielt. Sehr melodiös und mit positiver Grundstimmung. Hier gibt es keine Gangsta-Gang-Vocals oder Mosh-Parts. Gepost wird, wenn überhaupt, später.

Die Gitarren klingen sehr punkig und könnte auch bei einer Surf-Punk oder Powerpop-Band zum Einsatz kommen. Könnt ihr euch vorstellen, wie The Briefs Songs von Minor Threat oder Token Entry covern und dabei vorher noch stundenlang The Buzzcocks gehört haben? So klingt der Sound zwar auch nicht, geht aber schwer in die Richtung. Vielleicht auch eine Runde Torches to Rome ohne Dreck und Verzerrung. Also ganz moderner Vergleich fällt mir eigentlich nur Royal Headache im puren Geschwindigkeitsrausch ein.

Ihr seht, ich bemühe die ein oder andere große Band als Vergleich: das zweite Album der Jungs ist echt gut geworden und macht neugierig darauf, sie einmal live auf einer kleinen JuZe-Bühne zu erleben.

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